Auslandskrankenversicherung muss Behandlung zahlen

Wenn man im Urlaub erkrankt, ist man froh, eine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen zu haben. Oft wird aber nur ein bestimmter Zeitraum versichert. Trotzdem gibt es Situationen, in denen die Versicherung auch über den vereinbarten Zeitraum hinaus für Behandlungskosten einspringen muss.

Anzeige / Inserat

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Da kann man nur hoffen, dass die Geschichten von Spiel, Spaß und Spannung handeln und nicht von Montezumas Rache und Co. Denn, wer kennt es nicht. Kaum kommt man im Urlaub zur Ruhe, schon fängt der Körper an zu spinnen. Ob grippaler Infekt, Rückenschmerzen oder ein kleiner Unfall – der Weg führt für so manchen Urlauber zum Arzt statt zum Strand.

Alles klar in der EU

So ging es dem Mädchen, dass auf dem Mofa Mallorca erkunden wollte. Und in der ersten Kurve stürzte. Die schnell herbei geeilten und aufgeregt „Medico, Medico!“ rufenden Mallorquiner informierten einen Arzt. Der kam schnell, behandelte kompetent und war noch dazu freundlich. Und da die 18jährige, da zu Hause berufstätig, gesetzlich versichert war, akzeptierte der Mediziner sogar die Krankenkassenkarte. So einfach ist die Sache in einem europäischen Ausland. Wen es in wirklich ferne Länder zieht, der sollte besser eine Auslandskrankenversicherung abschließen. Aber Achtung!

Versicherung nur für einen Zeitraum

Die Auslandskrankenversicherung kann man meist nur für einen befristeten Zeitraum abschließen. Bleibt man länger im Urlaub und wird krank, zahlt die Versicherung nicht. Das dachte zumindest die Versicherung eines Reisenden, der eine 46tägige Reise nach Asien machte. Erfahren wie er war, schloss er eine Auslandskrankenversicherung ab, die allerdings nur für 42 Tage gültig war. Nun erkrankte er nach 15 Tagen schwer und war nicht transportfähig, sondern wurde bis zum 45. Tag des Urlaubs stationär behandelt. So erreichte er sogar noch den planmäßigen Flug nach Hause.

Versicherung wollte nicht zahlen

Da wollte die Versicherung nun die Kosten für die letzten vier Tage Krankenhaus nicht bezahlen. Schließlich sei der Vertrag nur für 42 Tage abgeschlossen worden. Das sah der erkrankte Urlauber anders und klagte. Mit Erfolg: Für das Gericht war nicht der geplante Rückreisetermin für die Leistungspflicht maßgeblich, sondern der Zeitpunkt der Erkrankung. Und der lag im versicherten 42-Tage-Zeitraum. Der Leistungspflicht entgangen wäre die Versicherung lediglich, wenn die Erkrankung erst nach den 42 Tagen entstanden wäre. Der Mann erhielt also sein Recht und 1.750 Euro (Landgericht Coburg, Az.: 32 S 11/08).

Anzeige / Inserat

Ihre Gedanken...