Aufstockung der gesetzlichen Rentenversicherung im Minijob möglich

Minijobber zahlen keine Sozialversicherungsbeiträge. Geringfügig entlohnte Beschäftigte können durch eine Aufstockung vollwertige Pflichtbeitragszeiten in der Rentenversicherung erwerben.

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Eine Beschäftigung kann aufgrund der Dauer oder der Entlohnung geringfügig sein. Von einer geringfügigen Beschäftigung spricht man, wenn das Arbeitsentgelt die Einkommensgrenze von durchschnittlich 400 EUR im Monat nicht überschreitet. Handelt es sich um eine kurzfristige Beschäftigung (Saisonarbeit), dürfen diese 2 Monate oder 50 Tage nicht überschreiten. Der Arbeitgeber muss den Minijobber bzw. Saisonbeschäftigten bei der Minijob-Zentrale anmelden. Der Beschäftigte zahlt für das Entgelt aus einer geringfügigen Beschäftigung keine Steuern und Sozialabgaben. Der Arbeitgeber trägt für den Minijob die Pauschalbeträge für die Sozialversicherung und der Steuer, die er an die Minijob-Zentrale der Bundesknappschafft abführt. Derzeit sind das, wenn die Beschäftigung nicht auf Lohnsteuerkarte erfolgt, 15 % Rentenversicherung, 13 % Krankenversicherung und 2 % Pauschalsteuer einschließlich Kirchensteuer und Solidaritätszuschlag. Durch die Zahlung eigener Beiträge zur Rentenversicherung erwirbt der Minijobber Ansprüche auf Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung und die Anrechnung der Beschäftigungszeit auf Mindestversicherungszeiten.

Freiwillige Aufstockung um 4,9 % vom Arbeitsentgelt

Der Beitragssatz in die gesetzliche Rentenversicherung beträgt 19,9 %. Da der Arbeitgeber bei einem Minijob bereits 15 % in die Rentenversicherung einzahlt, müsste der geringfügig entlohnte Beschäftigte die Beitragszahlung um 4.9 % aus der eigenen Tasche aufstocken. Verdient der Minijobber 400 EUR, sind das 19,60 im Monat.


Verzicht auf Versicherungsfreiheit durch den Beschäftigten

Der Arbeitgeber muss den Minijobber über eine Möglichkeit der Aufstockung informieren. Der Minijobber kann nur durch eine schriftliche Erklärung einen Verzicht auf Versicherungsfreiheit in der Rentenversicherung und dadurch eine Aufstockung erreichen. Doch der Verzicht ist bindend und bleibt über die Dauer der Beschäftigung bestehen.

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