Arztbesuch ohne Praxisgebühr

Praxisgebühr, Zuzahlung, Gesundheitsreform, Reform der Reform. Wer soll sich da noch auskennen. Wer sich informiert, weiß mehr. So z. B., dass es durchaus auch ärztliche Untersuchungen gibt, bei denen die Praxisgebühr nicht fällig werden.

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Jedes Quartal wieder wird beim Arztbesuch die Praxisgebühr fällig. Man zahlt sie direkt beim Mediziner und der wiederum leitet den Betrag von zehn Euro direkt an die versichernde Krankenkasse weiter. Die Praxisgebühr ist nicht zu verwechseln mit dem in diesem Jahr neu eingeführten Zusatzbeitrag. Dennoch, ohne Zahlung der 10-Euro-Gebühr wird man beim Arzt nicht mehr behandelt. Das denken jedenfalls viele; und liegen damit falsch.

Vorsorge ist kostenlos

In der Tat gibt es nämlich einige Untersuchungen die unabhängig von der Praxisgebühr vom Arzt getätigt werden müssen. In der Regel sind diese kostenlosen Leistungen Vorsorgeuntersuchungen. Dazu gehört natürlich auch das Gespräch zwischen Mediziner und Patient sowie die Beratung. Wird allerdings eine weitere Leistung notwendig, wie z. B. das Verschreiben eines Rezeptes, muss man die Praxisgebühr doch noch bezahlen. IGeL-Leistungen, also individuelle Gesundheitsleistungen, die von Ärzten immer wieder angeboten werden und vom Patienten selbst gezahlt werden müssen, sollten immer erstmal genau auf Notwendigkeit geprüft werden.

Untersuchung beim Namen genannt

Kinderärztliche Untersuchungen sind generell frei von der Praxisgebühr. Bei den Erwachsenen gibt es altersabhängige Vorsorgen. So sollten sich Frauen ab 20 Jahren jährlich zur Krebsvorsorge anmelden. Bis zum 25. Lebensjahr kann Frau sich jährlich auf eine Chlamydieninfektion testen lassen. Ab 30 Jahren erweitert sich die Krebsvorsorge bei Frauen auf Brust und Haut. Mit 50 Jahren bis zum 69. Lebensjahr kommt bei Frauen noch alle zwei Jahre eine Mammographie (Röntgenmethode zur Untersuchung der Brust) hinzu. Männer sollten sich ab dem 45. Lebensjahr ebenfalls auf zur Krebsvorsorge (z. B. Prostata) machen. Für beide Geschlechter gilt:

1.) 35. Lebensjahr: Allgemeiner Gesundheitscheck mit besonderem Augenmerk auf Herz-Kreislauferkrankungen, Nierenerkrankungen oder Diabetes. Außerdem: Ganzkörperuntersuchung der Haut im Rahmen der Hautkrebs-Früherkennung.

2.) 55. Lebensjahr: Darmkrebsfrüherkennung anhand einer Stuhluntersuchung oder maximal zwei Darmspiegelungen.

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