Anzeigepflicht des Versicherungsnehmers bei Gefahrerhöhung

Gefahrerhöhung gibt es zum Beispiel in der Hausratversicherung durch ein Gerüst vor dem Haus, da es Diebe dadurch leichter haben einzusteigen. Der Versicherungsnehmer muss dem Versicherungsunternehmen eine Gefahrenerhöhung anzeigen.

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Schließt man einen Versicherungsvertrag ab, wird in der Regel die Gefahr bzw. Risiko, das zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses gegeben ist, versichert. Darauf beruhen auch Kalkulation und Risikoeinschätzung seitens des Versicherungsunternehmens. Der Versicherte entrichtet für die versicherte Gefahr auch den berechneten Beitrag. Die Leistungsverpflichtung besteht für die konkrete Gefahr. Kommt es nach dem Abschluss des Versicherungsvertrages zu einer Erhöhung der Gefahr, muss der Versicherungskunde dies dem Versicherer melden. Der Fachbegriff für die Pflichten des Versicherungsnehmers sind die Obliegenheiten, die aus dem Vertragsverhältnis bzw. den Versicherungsbedingungen hervorgehen.
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Erhöhte Gefahr unverzüglich melden

Im Falle einer erheblichen Gefahrenerhöhung muss dies unverzüglich der Versicherung gemeldet werden. Grundsätzlich kann der Versicherte eine Gefahrenerhöhung ohne Zustimmung der Versicherung weder selbst vornehmen noch gestatten. Beliebtes Beispiel ist das angebrachte Gerüst an einem Gebäude bei Sanierung oder Renovierung, denn dadurch erhöht sich die Diebstahlsgefahr, denn Einbrecher können dadurch viel leichter in die Wohnung eindringen und Gegenstände entwenden. Die Hausratversicherung muss in diesem Fall informiert werden, da das Risiko, dass der Versicherungsfall eintritt, steigt. In der Regel wird durch die Anzeige der Gefahrerhöhung keine Versicherungssumme erhöht und auch kein Mehrbeitrag verlangt, nur wenn die Gefahrerhöhung länger als vorübergehend ist, muss dies gegen Mehrbeitrag manchmal extra versichert werden.
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Im Versicherungsfall: Leistungsfreiheit des Versicherers

Wurde eine Verletzung der Anzeigepflicht seitens des Versicherungsnehmers vorgenommen, ist die Versicherung von der Leistungspflicht befreit, jedoch nur, wenn ein verschuldetes Unterlassen der Anzeigepflicht über die Gefahrenerhöhung vorliegt. Die Versicherungsleistung im Schadensfall muss auch erfolgen, wenn es keinen kausalen Zusammenhang zwischen Gefahrenerhöhung und Eintritt des Versicherungsfalles auf das Ausmaß der Leistung gibt. Stimmt die Versicherung der Gefahrerhöhung nicht zu, kann sie fristlos kündigen. Trifft den Versicherungsnehmer keine Schuld, dass er die Anzeigepflicht verletzt hat oder war sie nicht gewollt, muss der Versicherer eine Frist von einem Monat einhalten.

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Baugerüst oder Gefahrerhöhung in der Nachbarschaft

Bei einem Gerüst vor dem Haus ändert sich die Gefahrenlage, weil ein Einbruch in die Wohnung über das Gerüst erleichtert werden könnte. Deshalb diese Änderung dem Hausratversicherer mitteilen dass für die Zeit von bis ein Gerüst am Haus aufgebaut wird, dann ist die Sache in aller Regel erledigt und man muss sich keine Gedanken um den Versicherungsschutz machen. Auch wenn in der Nachbarschaft sich ein Betrieb ansiedelt, der eine Gefahrenerhöhung für Ihre Hausratversicherung bedeutet wie z. Bsp. ein Reifenhandel. Da könnte ein Feuer bzw. Brand im Betrieb durch einen Sturm auf das Haus des Versicherten übergehen, deshalb ist es auch dann erforderlich die Versicherung zu informieren.

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