Urteil – Angst kein Grund für die Reiserücktrittsversicherung

Die Urlaubsreise ist schon lange gebucht aber vor dem Reiseantritt erfährt man aus der Presse von einer gefährlichen Krankheit, die im Urlaubsland verbreitet ist. Die Angst in den Urlaubsort zu fliegen, aufgrund dieser Krankheit, ist nicht immer durch eine Reiserücktrittsversicherung abgedeckt.

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Die Reiserücktrittsversicherung muss nicht bezahlen, wenn eine Reise aus Angst nicht angetreten wird, auch wenn die Angst eventuelle psychische Folgen haben könnte. Ein Urteil des Amtsgericht München (262 C 20636/06) sieht nicht den Sinn und Zweck einer Reiserücktrittsversicherung, dem Urlauber Schutz vor den Stornokosten zu gewähren nur weil dem Versicherungsnehmer das Risiko des Reiseziels nicht bekannt gewesen ist. Der Hintergrund war eine Buchung im Winter 2006 einer Familie nach Mauritius, für die eine Reiserücktrittsversicherung abgeschlossen wurde.

Angst vor Virus

Dort grassierte allerdings, wie der Versicherungsnehmer aus der Presse nachträglich erfahren hat, das Virus Chikungunya. Vor Gericht gab der Versicherungsnehmer an, dass seine Frau durch diese Nachricht über den Virus eine psychische Erkrankung bekommen habe und die sei im Versicherungsschutz enthalten. Allerdings verweigerte die Reiserücktrittsversicherung eine Zahlung mit der Begründung, dass die Frau schon früher eine psychische Erkrankung hatte und dies nicht die Ursache der Stornierung war sondern der Grund war der Virus.

Klage wurde abgewiesen

So ging das ganze vor das Amtsgericht München, dass die Klage des Versicherungsnehmers abwies. Die Kläger wären so oder so nicht nach Mauritius gereist, wie auch das Schreiben des Versicherungsnehmers an die Versicherung zeigte, in dem als Grund für die Stornierung die Angst vor dem Virus angegeben wurde.

Hintergrund des Chikungunya Virus

Dieses Virus wird durch Mücken übertragen und es gibt kein Mittel dagegen. Inzwischen ist das Virus auf vielen Kontinenten bekannt und breitete sich massenhaft auf den Inseln im Indischen Ozean und Pazifik aus. Das Virus attakiert in der Regel Muskeln und Gelenke und verursacht große Schmerzen mit der Auswirkung dass sich die Erkrankten an dem Virus, beugen oder krümmen müssen. Urlauber brachten diesen Virus auch nach Deutschland, da verlief die Infektion allerdings ohne Komplikationen. Aber dort kam es anders und schlimmer, schwere Entzündungen des Herzmuskels oder der Hirnhaut und Hepatitis traten dort auf, wie eine Pariser Zeitung berichtete. Nachdem die ersten Erkrankungen deutscher Urlauber bekannt wurde, sind auch die Reiseveranstalter aufmerksam geworden und beobachten das ganze aufmerksam. Sie sehen allerdings keinen Grund etwas zu ändern.

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