Ablehnung Girokonto – Gründe für die Verweigerung

Ohne Girokonto kann man in Deutschland kaum leben. Ein Recht auf Konto gibt es bei uns aber nicht. Banken können die Einrichtung eines Girokontos ablehnen. Die Gründe hierfür sind klar beschrieben.

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Um in Deutschland leben zu können, ist eines fast unverzichtbar: Das Girokonto bei einer Bank. Wer keines hat, kann am Zahlungsverkehr kaum teilnehmen. Ob Miete, Krankenversicherung, Gehaltszahlung oder Telefonkosten, alles funktioniert heute per Überweisung, Dauerauftrag oder Einzugsermächtigung. Wer erst gar kein Konto eröffnen kann oder aber das Girokonto gekündigt bekommt, wird es schwer haben, ein einigermaßen angepasstes, gesellschaftliches Leben führen zu können. Dennoch gibt es in Deutschland kein gesetzlich verankertes Recht auf ein Girokonto.

Nichtgefallen reicht nicht

Trotzdem können Banken nicht einfach die Eröffnung eines Kontos verweigern, bloß weil dem Bankmitarbeiter die Nase des möglichen Kunden nicht gefällt. Dazu sind Kreditinstitute nur berechtigt, wenn der Kunde falsche Angaben macht. Ein weiterer Grund könnte sein, dass durch ihn andere Verbraucher oder die Mitarbeiter des Instituts belästigt oder in Gefahr gebracht werden. Natürlich kann die Bank die Einrichtung des Kontos auch dann ablehnen, wenn es zu befürchten steht, dass die Kontoführungsgebühren nicht gezahlt werden können oder es nicht für den bargeldlosen Verkehr genutzt werden soll. Weitere Gründe für die Verweigerung können auch ein möglicher Missbrauch der Bankleistungen sein oder die Nichteinhaltung von bestehenden Vereinbarungen. Dann ist auch eine Kündigung eines Kontos möglich.

Empfehlung der ZKA

Auch wenn kein gesetzliches Recht auf ein Konto besteht, seit 1995 gibt es eine Empfehlung des Zentralen Kreditausschusses (ZKA). Demnach sollen alle Bürger ein auf Guthabenbasis bestehendes Konto erhalten. Der ZKA gehören z. B. der Bundesverband der Deutschen Banken e. V., der Volksbanken und Raiffeisenbanken e. V. der Öffentlichen Banken Deutschlands e. V., der Deutsche Sparkassen- und Giroverband e. V. und der Verband Deutscher Pfandbriefbanken e. V. an. Wer Probleme bei der Kontoeröffnung hat, sollte sich auf die o. g. Empfehlung berufen. Der abgelehnte Kunde sollte auf eine schriftliche Begründung bestehen. Eine – allerdings nur kurzfristige – Kontoalternative ist die Eröffnung eines Sparbuches. Bei Streitigkeiten kann man auch einen Ombudsmann zur Vermittlung einschalten.


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