Abfindung freiwillig gesetzlich Versicherte

Wer vom Arbeitnehmer in die Selbstständigkeit geht und dabei eine Abfindung bekommt, muss die Abfindung zum Einkommen teilweise dazurechnen, wenn er sich freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung weiter versichert.

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Wer wegen einer Kündigung eine Abfindung bekommt und versichert sich danach freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung weiter, werden auf die Abfindung Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung erhoben. Eine Abfindungen, wenn sie ausschließlich für den Verlust des Arbeitsplatzes bezahlt wird, ist nicht sozialversicherungspflichtig außer man versichert sich eben als freiwillig Mitglied in der GKV weiter.

Einheitlich für alle Kassen

Diese Regelung soll durch die Gesundheitsreform einheitlich für alle Krankenkassen gelten. Laut dem Bericht ist es in mehreren Entscheidungen durch das Bundesverfassungsgericht bestätigt worden, dass Abfindungen bei freiwillig Versicherten zum Einkommen dazu gezählt werden. Als Beitragspflichtig gelten mindestens 25 Prozent maximal 60 Prozent der Abfindung. Die Höhe richtet sich nach dem Alter des Betroffenen und der Anzahl der Jahre, die er in dem Betrieb beschäftigt gewesen ist.

Durch Bruttogehalt geteilt

Dieser beitragspflichtige Teil wird dann durch das letzte Bruttogehalt geteilt und dieses Ergebnis ergibt dann das fiktive monatliche Gehalt auf das Beiträge zur Krankenversicherung und Pflegeversicherung fällig werden, natürlich nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Dies fiktive Einkommen gilt bis die Abfindung rechnerisch verbraucht ist, maximal für 12 Monate. Diese Regelung mit dem fiktiven Einkommen kann gerade für Existenzgründer unangenehme Überraschungen mit sich bringen, denn gerade zu Beginn einer selbstständigen Tätigkeit wird mit wenig Einkommen gerechnet und dann auch nur der Mindestbeitrag in die Krankenversicherung bezahlt. Die Abfindung darf nicht mit eventuellen Verlusten aus der Selbstständigkeit verrechnet werden und so kann die Krankenkasse Nachforderungen stellen.

Alter und Gesundheit

In der privaten Krankenversicherung wird der Beitrag nicht über das Einkommen berechnet sondern nur nach Alter und Gesundheitszustand, wer also privat Versichert ist und eine Abfindung bekommt, muss sich keine Gedanken machen. Und wer von der gesetzlichen Krankenversicherung dann in die private Krankenversicherung wechselt muss sich wegen der Abfindung auch keine Gedanken mehr machen. Nur allein wegen der Abfindung in die PKV zu gehen ist allerdings nicht ratsam, vor dem Wechsel sollte man sich ausführlich beraten lassen mit allen Vor- und Nachteilen die GKV und PKV bieten.


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