Schadensanzeige Unfallversicherung – unsinnige Fragen

Endlich hat mal ein Gericht, hier das OLG Hamm, bei einer Schadensanzeige zu einer Unfallversicherung, unsinnige und nicht zu beantwortende Fragen erkannt.

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In letzter Zeit häufen sich Urteile die gegen die Versicherer und für die Kunden ausfallen. Ein besonders erwähnenswerter Fall, der mit der Schadensanzeige bei einer Unfallversicherung und den Fragen zu tun hat, ist vor dem Oberlandesgericht Hamm verhandelt worden.

Folgendes ist vorgefallen

Ein Mann erlitt bei einem Tandemsprung mit dem Fallschirm einen Wirbelkörperbruch mit schweren Nervenschädigungen. Nun wollte der Mann aufgrund des Unfalls Geld von seiner Versicherung aber die Versicherung verweigerte dem Mann die Entschädigung, die bei rund 40.000 Euro lag. Die Begründung der Versicherung war sicherlich nicht ungewöhnlich, denn sie hat dem Mann vorgeworfen in dem Schadensformular was nach einem Unfall ausgefüllt werden muss, eine Frage absichtlich falsch beantwortet zu haben. Dabei ging es um die Frage Bestehen oder bestanden unabhängig von den Folgen des jetzigen Unfalls, Krankheiten oder Gebrechen? Ggfs. Welche, Namen und Anschrift behandelnder Ärzte.

Frage kann nicht vollständig und korrekt beantwortet werden

kluge und unkluge Fragen

So eine Frage kann niemand vollständig und korrekt beantworten.

Vergisst man im Prinzip nur eine leichte Erkältung in grauer Vorzeit ist es schon ein Fehler.

Der Verunglückte Mann glaubte bei der Frage dass er nur angeben muss ob er im Bereich des Wirbelbruches schon mal erkrankt war oder ob er zum Zeitpunkt des Unfalls Beschwerden hatte und verneinte deshalb beide Fragen.

Dass er eine Depression, ein Nierenleiden das ausgeheilt war und Schulterprobleme hätte angeben müssen, war ihm nicht klar und außerdem gab es auch bei der Antwort nur für eine Zeile Platz.

Das Oberlandesgericht Hamm (Az. 20 U 77/07) meinte dazu, das wer so missverständlich frägt kann falsche Antworten nicht zum Vorwand nehmen, um die Leistung zu verweigern. Zum Beispiel hätte der Versicherer die Frage nach allen Krankheiten und Gebrechen auf die letzten 3 Jahre begrenzen können oder je nach Art des Unfalls nach konkreten Vorerkrankungen fragen können.

Gute und richtige Entscheidung des OLG Hamm.

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