Berufsunfähigkeitsversicherung Rückenbeschwerden

Wie wichtig das nachfragen des Versicherungsvermittlers beim Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist, zeigt der Fall eines Kunden mit Rückenbeschwerden, der dies wohl gegenüber dem Versicherungsvermittler erwähnte aber den Vermittler nicht dazu veranlasste näher nachzufragen.

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Es wird zwar immer empfohlen eine Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen aber nicht jeder bekommt eine BU Versicherung, hat man beispielsweise Rückenbeschwerden wird nicht selten auch von der Versicherung abgelehnt den Schutz zu übernehmen. Und selbst wenn man eine Berufsunfähigkeitsversicherung hat, ist dies nicht gleichbedeutend damit dass die Versicherung auch bezahlt. Da bezahlt man jahrelang die Versicherung und dann braucht man sie und die weigern sich zu bezahlen, umso wichtiger ist es für den Kunden alles zu dokumentieren wenn der Versicherungsvermittler da ist und auch ein Zeuge des Gesprächs kann nicht verkehrt sein.

Aktuelles Urteil BGH

Ein aktuelles Urteil Az. IV ZR 119/06 über eine Berufsunfähigkeitsversicherung hat der Bundesgerichtshof mit Urteil vom 05.03.2008 entschieden. Im oben genannten Fall hatte der Kläger eine Berufsunfähigkeits-Zusatzversicherung bei einem Versicherungsvermittler abgeschlossen, dabei wurde der Antrag wie es so üblich ist allein vom Vermittler ausgefüllt und der Kunde unterschreibt nur am Schluss den Antrag.

Alle Fragen mit nein beantwortet

Der Kunde hat Fragen des Vermittlers nach Behandlungen, Beratungen und Untersuchungen zu Krankheiten oder Beschwerden in den letzten 5 Jahren alle mit nein beantwortet. Allerdings war dem Vermittler bekannt dass der Kunde mehrere Wochen wegen eines Schlittenunfalls krankgeschrieben war. Der Kunde verheimlichte auch nicht dass der Schlittenunfall der Auslöser war die Versicherung abzuschließen. Dabei erwähnte der Kunde auch dass er berufsbedingt und auch altersbedingt Verschleißerscheinungen an der Wirbelsäule hat.

Nachforschungen der Versicherung

Nach etwa 3 Jahren ist der beruflich schwer arbeitende Kläger durch ein chronisches Rückenleiden berufsunfähig geworden. Daraufhin machte die Versicherung Nachforschungen und hat herausbekommen, dass schon bei der Untersuchung nach dem Schlittenunfall eine degenerative Schädigung der Bandscheiben sowie der Wirbelsäule des Klägers festgehalten wurde. Deshalb wurde vom Versicherer der Antrag des Klägers nach einer Berufsunfähigkeitsrente abgelehnt und die Versicherung ist vom Vertrag zurückgetreten und hat diesen Vertrag wegen arglistiger Täuschung angefochten. Der berufsunfähige Kläger zog vor Gericht und bekam auch vom BGH dem Grunde nach Recht aber wegen Fehler des Berufungsgerichtes wurde die Sache zur endgültigen Klärung an die Vorinstanz zurückgewiesen.

Makler kennt die Tricks

Sollten Rückenbeschwerden vorliegen, sollten diese im Antrag auch angegeben werden. Der Makler wird idealerweise den Antrag gleich bei mehreren Gesellschaften einreichen. Reicht man den Antrag nur bei einer Gesellschaft ein und diese lehnt den Antrag auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab, dann wird das festgehalten und fragt man nun bei allen anderen Versicherungen an, werden die genauso ablehnen aber ohne überhaupt zu prüfen. Deshalb ist die Beratung beim Makler auch unbedingt zu empfehlen.


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