Online Banking Haftung bei Betrug

Online Banking setzt sich immer mehr durch aber auch die Betrüger wenden immer dreistere Methoden an um Bankkunden abzuzocken, doch nun hat ein Gericht die Rechte der Verbraucher bei der Haftung gestärkt.

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Es werden immer mehr Menschen die Online Banking vom heimischen PC aus betreiben und damit haben auch Betrüger immer mehr Möglichkeiten sensible Kundendaten abzugreifen. Dabei versuchen einige Banken die Verantwortung im Betrugsfall auf die Kunden abzuwälzen und deshalb hat sich nun auch ein Gericht mit dem Thema beschäftigt. Jeder 3. Deutsche erledigt inzwischen seine Bankgeschäfte online und die Betrüger wenden immer dreistere Methoden an um an Kundendaten zu gelangen. Ein Bericht in der Welt schreibt über ein aktuelles noch unveröffentlichtes Urteil Az. 4C57/08 was die rechte der Verbraucher stärkt.

Online Betrüger werden immer raffinierter

Gefälschte E-Mails die versuchen dem Kunden zu überzeugen dass sie von der Bank kommen sind längst nicht mehr die einzige Methode der Betrüger, sondern es wird auch mit Viren und Trojanern versucht die Computer und den Kunden zu überlisten. Dabei werden Kunden auf gefälschte Internetseiten umgeleitet oder es werden Tastatureingaben aufgezeichnet und damit Zugangsdaten gespeichert, alles ohne das der Kunde irgendetwas davon merkt. Im oben genannten Urteil hat das Amtsgericht Wiesloch entschieden, dass Kunden einer Bank nicht haften müssen bei Geldüberweisungen, wenn der heimische Computer mit einem gängigen Virenschutzprogramm ausgestattet ist. Grundsätzlich haftet auch die Bank für einen Missbrauch beim Online Banking, der Kunde haftet nur wenn eine mit ihm vereinbarte Sorgfaltspflicht verletzt wurde.

Zugangsdaten sicher aufbewahren

Die meisten Bankkunden werden die AGBs allerdings nicht komplett durchgelesen und selbst wenn kennen sie ihre Sorgfaltspflichten nicht, denn beim Online Banking gibt es bisher keine generellen regeln. Eine wichtige Sorgfaltspflicht ist es auf alle Fälle, dass nicht andere an die Zugangsdaten zum online Banking kommen. Das Landgericht Köln hat bei einem Urteil (Az. 9S195/07) festgestellt dass die Sorgfaltspflicht nicht zu hoch gelegt werden darf und nur vom Kunde gefordert werden kann, was ein Kunde mit einem durchschnittlichen technischen Verständnis leisten kann. In dem Wieslocher Fall wäre beispielsweise mehr als ein durchschnittliches technisches Verständnis nötig gewesen, denn als die Ehefrau des Kontoinhabers eine elektronische Überweisung machen wollte, wurde der Bildschirm am PC kurz schwarz und die eingegebene Tan ist verschwunden. Die Art der Software, welches dies verursachte, konnte nicht abschließend geklärt werden, doch weil die Kunden die Sorgfaltspflichten eines durchschnittlichen Computernutzers erfüllt haben, indem das Virenschutzprogramm immer aktualisiert wurde, haben die Wieslocher Richter für den Bankkunden entschieden.

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